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Ein Stück Telfer Geschichte in Wien

07.06.2018 00:00

Im "Haus der Geschichte Österreichs“, das derzeit in Wien entsteht, wird auch Telfs mit einem bemerkenswerten Objekt aus dem Museum im Noaflhaus vertreten sein. Und zwar mit einem gusseisernen Doppeladler, der symbolträchtige Beschädigungen aufweist: Das Hoheitszeichen wurde beim Zusammenbruch der k. u. k. Monarchie im November 1918, als auch in Telfs Aufruhr herrschte, gewaltsam vom Bezirksgericht heruntergerissen.

Als vor 100 Jahren nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg die letzten Stunden des Kaiserreichs schlugen und die Republik ausgerufen wurde, kam es auch in Telfs für kurze Zeit zu Tumulten und Plünderungen. Ein Zeitungsbericht spricht sogar von „Bolschewikentum in Telfs“. Beredtes Zeugnis für diese dramatischen Tage ist der zerbrochene Doppeladler, der am Gerichtsgebäude angebracht war und im Umbruchstaumel von revolutionär gestimmten Telfer heruntergerissen wurde. Die Teile lagen zerbrochen am Boden, wurden aber aufgesammelt und Jahrzehnte später – laut Vermerk auf der Karteikarte vom Gärtnermeister Mayr – dem Heimatmuseum übergeben. Das symbolträchtige Objekt wurde dann, wahrscheinlich von Josef Trostberger, repariert. Die Lötstellen sind auf der Rückseite noch gut zu erkennen (Bild).

Nun ist der Telfer Doppeladler eine der Leihgaben aus ganz Österreich, die für das „Haus der Geschichte Österreich“ in Wien zusammengetragen wurden und die ab Herbst in der laufenden Jubliläumsausstellung „100 Jahre Ausrufung der Republik“ bis Ende Mai 2020 zu sehen sein werden.

Ein paar Stichworte der Kuratoren zur Ausstellung: „Es wird einen Schwerpunkt auf Gesellschaftsgeschichte und Demokratieentwicklung legen, nicht zuletzt aufgrund seines Standortes am Wiener Heldenplatz. Das „Haus der Geschichte Österreich“ versteht sich darüber hinaus auch als aktives und offenes Diskussionsforum für historische Fragestellungen und Themen der Gegenwart.“

(Foto: MG Telfs/Dietrich)