ZEUGS!
Zeugs, Krempel, Fundus oder doch museumsrelevante Objekte? Die Ausstellung stellt die Frage, was in Museen eigentlich sammlungswürdig ist, und warum etwa eine alte Maggidose von den Strapazen der FabriksarbeiterInnen erzählt. Was hat Trockenmilch mit dem Marshallplan zu tun? Objekte in Museen müssen und sollen nicht zwingend einen materiellen Wert habe, sondern Geschichten erzählen. Objekte die früher alltäglich waren und heute kaum noch bekannt sind. Objekte von denen wir nicht wissen, wozu sie verwendet wurden und bei denen wir die BesucherInnen um Mithilfe bitten. Objekte, die kurios sind.
Im Appetizermuseum ist ein Auszug aus der Ausstellung Zeugs, die im Sommer 2025 in der Villa Schindler gezeigt wurde, zu sehen. Unter dem Titel Mini Zeugs werden Objekte aus den Depots der Telfer Museen gezeigt. Der Fokus der Ausstellung liegt darauf, in die Vergangenheit einzutauchen, Vergessenes wieder zu entdecken und die Geschichten hinter Alltagsgegenständen zu erfahren. Eine kurzweilige und informative Pause vom stressigen Leben in der Untermarktstraße 20 bei freiem Eintritt. Die Sepp Schwarz Krippe ergänzt die Ausstellung in der weihnachtlichen Zeit.
SAMMELN – BEWAHREN – ERFORSCHEN – AUSSTELLEN – VERMITTELN
Ausstellungen sollen nicht nur das eigene Wissen erweitern, sondern auch Freude, Erstaunen oder Anregung sein. Zeugs! Ist eine kunterbunte Ausstellung, die viele kleine Geschichten erzählt. Unter anderem auch über Objekte die anonym abgegeben wurden und im Separee gezeigt werden… Jugendfrei sind sie definitiv nicht!
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 11. Juni, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juni bis 30. Oktober 2025
Zusätzliches Programm:
Samstag, 27.09.: Jakuba Konzert, 19:00 Uhr, Villa Schindler
Donnerstag, 26.06., 17.07., 21.08., 18.09., 30.10.: Kuratorinnenführungen, 18:00 Uhr, Villa Schindler
Donnerstag, 17.07., 21.08., 18.09.: Kinderworkshop für Kinder ab 8 Jahren (Anmeldung unter kultur@telfs.gv.at)
Öffnungszeiten:
Mittwochs 14:00 - 17:00 Uhr
Donnerstags 17:30 - 20:00 Uhr
Samstags 13:00 - 17:00 Uhr
Das Gericht Hörtenberg
Schon von weitem sieht man die Burg Hörtenberg, mittlerweile nur noch als Ruine, hatte doch ein Blitzeinschlag das darin gelagerte Pulver zum Explodieren gebracht.
Rechtsordnung, Gerichtsbarkeit, Rechtsprechung aus den vergangenen Jahrhunderten sind Themen, die auch heute noch faszinieren. So erstaunen nicht nur die Anklagen, etwa eine von 1794, wegen der Verleumdung ein Hurenjäger zu sein, oder die Eheansuchen mit der moralischen Einschätzung des jeweiligen Pfarrers.
- Was wurde angeklagt und warum?
- Wer waren die KlägerInnen und welche Strafen hatte man zu erwarten?
- Warum wurde aus einem verbal persönlichen Angriff gleich ein Rechtsstreit und warum war die eigene Ehre so wichtig?
- Wie war das Gericht mit Richtern und Pflegern aufgebaut und wie sah die Rechtsstaatlichkeit aus?
- Auf welche Gesetzgebung konnte man sich stützen?
In der Ausstellung wird der Ort Hörtenberg mit den damaligen Aufgaben eines Gerichts (hohe und niedere Gerichtsbarkeit), den Richtern und der Verwaltung thematisiert. Die Gesetzgebungen wie etwa der maximilianischen Halsgerichtsordnung, die Karls V. und Maria Theresias und ihre jeweiligen Neuerungen leiten über zu den Verurteilungen, die anhand der einzelnen Viten veranschaulicht werden. Verleumdungen, Eheansuchen, Trennung von Tisch und Bett, Zaubereianklage, Totschlag, Wilderei, Verfolgungswahn und einiges mehr werden zum Staunen, Schmunzeln und hoffentlich Nachdenken anregen. Auch wenn die originalen Akten leider großteils verloren gegangen sind, gibt es doch einige Quellen, die auch den Vorgang einer Befragung oder Leichenbeschau genauer beschreiben.
Wurde die Hohe Gerichtsbarkeit tätig, musste ein Scharfrichter seine Arbeit verrichten. Für Telfs war der Scharfrichter von Hall zuständig und auch diese Tätigkeit eines „unreinen“ Berufes wird genauer beleuchtet.
Welche Strafen für welche Vergehen zu erwarten waren, beschreibt die Halsgerichtsordnung von Maximilian I.
Einige der Anklagen muten für uns heutzutage eher kurios an. Auch diese finden in der Ausstellung ihren Raum, zum Reinschmökern und Schmunzeln.
16.05. - 09.11.2024
Mittwoch 14 - 17 Uhr
Donnerstag 17:30 - 20 Uhr
Samstag 13 - 18 Uhr
Eintritt frei, an Feiertagen geschlossen.